Mistel und andere Therapien

Eine Misteltherapie können Sie auch während einer Chemo- oder Strahlentherapie anwenden. Bisher ist nicht bekannt, dass sie deren Wirkung beeinträchtigt. Zu den Wechselwirkungen mit Hormon- und Antikörpertherapien liegen derzeit noch keine Studien vor. Die vielfältigen praktischen Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich eine Misteltherapie auch mit diesen Maßnahmen gut verträgt. Es spricht nichts dagegen, eine Misteltherapie begleitend zu diesen Behandlungen zu beginnen oder fortzuführen.

Vorsicht!

Während einer Strahlentherapie darf die Mistelspritze nicht direkt in das Bestrahlungsfeld hinein gegeben werden. Auch entzündete Hautstellen sind zu meiden, sonst können schwere Entzündungen oder Gewebezerstörungen (Nekrosen) entstehen. Auch wenn ein fieberhafter Infekt besteht, sollte erst abgewartet werden, bis dieser abgeklungen ist und sich die Körpertemperatur normalisiert hat, bevor die erste Mistelspritze gegeben wird.

Unter die Haut

Mistelextrakte werden normalerweise gespritzt, am häufigsten unter die Haut. Die Therapie besteht immer in einer Einleitungsphase, um die Verträglichkeit zu testen, die richtige Dosis und das passende Präparat zu finden. Anschließend folgt die zyklische Erhaltungstherapie über mehrere Jahre. 

Erwünschte Rötung

Die Rötung an der Einstichstelle ist erwünscht: Sie zeigt, dass
das Immunsystem auf den Mistelextrakt reagiert

Bei Kindern

Eine Misteltherapie ist auch bei Krebserkrankungen im Kindesalter sinnvoll und wird gut vertragen. Hier erfahren Sie mehr zu diesem speziellen Thema. 

Anwendung

Mistelpräparate können Sie bei jeder Tumorerkrankung anwenden. Sie werden in Form von Ampullen zur Injektion angeboten und sind nicht als Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen erhältlich, weil sie im Verdauungstrakt unwirksam gemacht würden.

Anthroposophische Mistelpräparate können auf verschiedene Weise gespritzt werden:

Normalerweise werden Mistelextrakte unter die Haut gespritzt. Da die Reaktion im Einzelfall schon bei der ersten Dosis sehr heftig ausfallen kann, auch in den homöopathischen Dosierungen, sollte die erste Spritze immer unter ärztlicher Aufsicht gegeben werden. Später ist es dann auch möglich, sich die Spritzen zu Hause selbst zu geben oder sich vom Partner bzw. einer Hilfsperson geben zu lassen.

Jede Misteltherapie ist eine individuelle Therapie – es gibt dafür kein Schema, das für alle Krebspatienten gleichermaßen gültig ist. Es gibt Menschen, die schon auf homöopathische Verdünnungen stark reagieren und andere, die eine höhere Dosis oder ein besonders lektinreiches Präparat brauchen, um die erwünschte Reaktion zu zeigen. Wichtig für die Wahl des Präparats sind darüber hinaus das Wissen, die Erfahrung und die Einstellung des Arztes. Manche haben bestimmte Vorlieben, weil sie mit diesen Präparaten gute Erfahrungen gemacht haben. Für andere ist es wichtig, dass das Präparat bei den Dosierungen eine große Bandbreite bietet.

Der Verlauf der Krankheit oder die Reaktion auf ein Mistelpräparat können es erforderlich machen, während der Behandlung vom einen auf ein anderes Mittel zu wechseln, sodass eine pauschale Festlegung auf ein einziges Präparat wenig sinnvoll ist.
 

Bitte beachten!

  • Wenn die Misteltherapie parallel zu einer Strahlentherapie erfolgt, darf die Injektion nicht in dem bestrahlten Areal erfolgen, weil sich die Haut dort sonst leicht entzündet.   
  • Nach einer Operation sollte  im Bereich des Operationsfeldes sollte nicht gespritzt werden, um die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen. Auch an bereits vorhandene Narben sollte die Mistel nicht injiziert werden.
  • Es darf auch nicht in einen fieberhaften Infekt “hineingespritzt” werden. Vor der ersten Mistelspritze sollte der Infekt abgeklungen sein und sich die Körpertemperatur normalisiert haben (auf 37° C oder darunter).

 

Ein Beginn ist jederzeit möglich

Eine Misteltherapie kann jederzeit beginnen, auch schon vor einer Operation, Chemo- oder Strahlentherapie bzw. während dieser. Es ist sogar ratsam, bereits einige Wochen oder Tage vor der Operation mit der Misteltherapie zu beginnen. Oft wird die Operation dann besser überstanden und der Körper erholt sich rascher. 

Allerdings ist es sinnvoll, die Mistel nicht direkt am Tag der Infusion mit Chemotherapeutika und auch nicht am Tag einer Bestrahlung zu spritzen, sondern vorzugsweise an einem der vorausgehenden oder nachfolgenden Tage. Häufig sind dann die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie sind weniger heftig oder klingen schneller ab. Auch sollte die Spritze nicht in das Bestrahlungsfeld hinein gegeben werden. 

Wenn die Mistelbehandlung während einer Chemotherapie-Serie beginnen soll, ist es ratsam abzuwarten, bis sich der Körper von der Infusion wieder einigermaßen erholt hat und kein Fieber mehr besteht (falls welches aufgetreten ist).
 

Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

Ein Mistelzweig um die Weihnachtszeit mit reifen Beeren.Die Mistel kann gut während einer Chemo- oder Strahlentherapie angewandt werden.Häufig wird eine Misteltherapie auch in Kombination mit einer Hyperthermie eingesetzt.Auch bei Krebserkrankungen im Kindesalter hat sich die Misteltherapie bewährt.Auch bei Krebserkrankungen im Kindesalter hat sich die Misteltherapie bewährt.