Auf einen Blick

Mistelpräparate können auch in
die Vene infundiert werden. Die Reaktion des Organismus fällt dann intensiver aus als bei Spritzen unter die Haut. Wegen der damit verbun- denen Risiken darf die intravenöse Anwendungsform nur unter ärztlicher Aufsicht in der Praxis oder stationär in einer Klinik erfolgen.

Intensivere Reaktion

Wenn der Mistelextrakt direkt in die Blutbahn gelangt, fällt die Antwort des Organismus meist etwas heftiger aus als bei der subcutanen Gabe.

Gut steuerbar

Wird die Mistel als Infusion gegeben, ist die körperliche Reaktion, vor allem das Fieber, besonders gut steuerbar.

In die Vene infundieren

Teilweise werden Mistelpräparate unter ärztlicher Aufsicht auch als Infusion verabreicht. Die Wirkung ist dann meist intensiver. Vorausgehen sollte eine Einleitungsphase mit Mistelspritzen unter die Haut. Erst wenn sich zeigt, dass diese Therapie gut vertragen wird, kann eine intravenöse Behandlung beginnen. Dabei wird die Konzentration des Mistelextrakts von Infusion zu Infusion über mehrere Tage, manchmal auch Wochen hinweg in Abhängigkeit von der Reaktion des Patienten langsam gesteigert, bis die erwünschte Antwort des Organismus erreicht ist.

Diese Antwort besteht z. B. in einem sich über mehrere Stunden hinweg langsam entwickelnden deutlichen Anstieg der Körpertemperatur, bis hin zu hohem Fieber. Das ist günstig – denn dadurch wird das Immunsystem stärker angeregt. Über die Infusion ist die Wärmeentwicklung besonders gut zu steuern. Eine Faustregel besagt: Je langsamer die Flüssigkeit in die Vene geleitet wird – oft über mehrere Stunden hinweg –, desto höher steigt das Fieber.

Je nachdem, wie ausgeprägt ein Patient auf diese Infusionen reagiert, werden als Dauertherapie eine bis drei Infusionen pro Woche angesetzt.

Bei der intravenösen Gabe besteht ein höhreres Risiko für Nebenwirkungen, vor allem für allergische Reaktionen bis hin zum analphylaktischen Schock. Deshalb darf diese Therapieform erst nach einer vorangegangenen Einleitungsphase mit Spritzen unter die Haut erfolgen und immer nur in der Praxis bzw. im Krankenhaus unter Aufsicht eines in dieser Anwendungsart erfahrenen Arztes. Im Falle eines Schocks ist dann ein rasches Eingreifen gewährleistet.

Ob und in welcher Form die Patienten von dieser Applikationsart jedoch tatsächlich profitieren, ob sich die Wirksamkeit der Therapie verbessert, ist in Studien noch nicht ausreichend geprüft. Vielfach lässt sich jedoch beobachten, dass der Körper gerade durch diese Therapie in die Lage versetzt wird, die Krebskrankheit intensiver als vorher zu bekämpfen.

Da die Mistelpräparate für diese Anwendungsform bisher nicht zugelassen sind, erfolgt sie immer auf Verantwortung des behandelnden Arztes. In der Hand von erfahrenen Misteltherapeuten birgt sie jedoch nicht mehr Risiken als Mistelspritzen unter die Haut.


Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

Ein Mistelzweig im Sommer - frisch geerntet.Ein Mistelzweig im Sommer - frisch geerntet.Aus der Hand von Spezialisten kann eine Misteltherapie auch als Infusion verabreicht werden – ambulant ebenso wie stationär in der Klinik.Im Paracelsus-Krankenhaus Unterlengenhardt wird die Mistelgabe oft mit anderen Therapien kombiniert, z. B. mit einer Hyperthermie.Wenn ein Port vorhanden ist, kann die Infusion auch darüber erfolgen.