Auf einen Blick

Am häufigsten werden Mistel- präparate unter die Haut gespritzt, am besten am Bauch oder am Oberschenkel. Diese Technik lässt sich leicht lernen. Da die Nadel sehr dünn und kurz ist, ist das Spritzen kaum schmerzhaft.

Richtig spritzen 

Am einfachsten ist es, den Mistelextrakt rund um den Bauchnabel zu spritzen, meist ist dort ausreichend Unterhautfettgewebe vorhanden. Bei sehr schlanken Personen ist der Oberschenkel der bessere Ort. Das Spritzen lässt sich gut an einer Orange oder einem Apfel üben. Und wer eine Aversion dagegen hat, sich selbst eine Spritze zu geben, kann den Partner/die Partnerin oder Freunde darum bitten. Es ist wirklich sehr einfach und tut kaum weh. 

Achtung!

Nicht in entzündete Hautstellen oder bestrahlte Areale hinein spritzen, sonst können schwere Entzündungen und Gewebezerstörungen (Nekrosen) entstehen!

Unter die Haut spritzen

Anthroposophische Mistelpräparate werden zwei- bis dreimal wöchentlich unter die Haut (medizinisch: subcutan, abgekürzt s.c.) gespritzt, und zwar anfangs in einer sehr geringen Dosis. Sie steigert sich langsam, bis an der Einstichstelle eine Rötung erkennbar ist. Diese Lokalreaktion ist keine Nebenwirkung, sondern erwünscht – zeigt sie doch an, dass das Immunsystem auf die Mistel reagiert.

Größer als vier bis fünf Zentimeter im Durchmesser sollte die Rötung in aller Regel nicht sein. Ist sie ausgedehnter, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden – eventuell ist die Dosis zu hoch.

Bleibt jede Reaktion an der Einstichstelle aus, sollte dies ebenfalls mit dem Arzt besprochen werden – dann kann es ratsam sein, auf ein anderes Präparat mit anderem Wirkstoffgehalt oder von einem anderen Wirtsbaum zu wechseln. 

Gespritzt wird am besten am Bauch oder am Oberschenkel. Allerdings ist es ratsam, nicht immer in dieselbe Stelle zu stechen, weil dies die Haut zu stark reizen kann. Am Bauch können die Einstichstellen rund um den Nabel herum, am Oberschenkel in Richtung Knie und wieder zurück wandern.

Wenn die Mistelampullen aus dem Kühlschrank kommen, sollten sie kurz in der Hand angewärmt werden. Dann wird die Glasampulle an der vorgesehenen Stelle am sich verjüngenden Teil des Ampullenhalses gebrochen. Durch die Öffnung lässt sich der Inhalt leicht auf eine Spritze aufziehen.

Um die dabei mit aufgesogene Luft zu entfernen, die Spritze senkrecht nach oben halten und den Stempel langsam zur Nadel hin drücken, bis ein Tropfen Flüssigkeit austritt. Dann ist davon auszugehen, dass keine Luft mehr in der Kanüle ist.

Die Einstichstelle wird mit einem Zellstoff-Tupfer mit ein wenig Alkohol desinfiziert. Die Haut mit der einen Hand etwas zusammendrücken, sodass sich eine dicke Falte bildet, und mit der anderen Hand die Kanüle in einem Winkel von etwa 45 Grad zur Hautoberfläche hin ansetzen und in die Haut hineinschieben. Da die Nadel sehr fein und kurz ist, bleibt dieser Vorgang weitgehend schmerzfrei und ist gut zu ertragen.

Jede Spritze muss frisch aufgezogen und mit einer neuen Nadel bestückt werden (die Kassen übernehmen die Kosten für Spritzen und Nadeln). Die gebrauchten Kanülen am besten in einem alten Marmeladenglas mit Schraubdeckel kindersicher sammeln und später mit dem Hausmüll entsorgen.


Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

Mistelbaum bei KapelleEin misteltragender Baum neben einer alten Kapelle in Frankreich.Der Inhalt der Ampulle wird auf die Spritze aufgezogen, anschließend die feine Kanüle aufgesetzt.Dank der feinen Nadel ist das Einstechen der Mistelspritze kaum schmerzhaft und verursacht nur einen kleinen Pieks.Rötung nach MistelinjektionEine noch vertretbare Rötung an der Einstichstelle nach einer Mistelinjektion - das ist keine unerwünschte, sondern eine erwünschte Wirkung. Größer als 5 cm sollte die Rötung aber nicht werden.