Auf einen Blick

Eine Hautrötung an der Einstich- stelle und leichtes Fieber sind keine Nebenwirkungen, sondern erwünscht! Starke Müdigkeit, große Hautrötungen mit Juckreiz sowie hohes Fieber zeigen an, dass die Dosis des Mistelextrakt vermutlich zu hoch ist. Ernste Nebenwirkungen wie ein allergischer Schock kom- men nur sehr selten vor. Zahlreiche Studien beweisen diese gute Verträglichkeit der Misteltherapie.

Sicher

Die Misteltherapie ist eine in vielen Studien gut geprüfte Therapie, die gut verträglich und sicher ist.

Unbedenklich

Immer wieder werden Meldungen kolportiert, in denen es heißt, die Mistel könne das Tumorwachstum fördern. Das stimmt nicht. Im Gegenteil: Sie kann es sogar bremsen.

Knubbel + Knoten

Kleine Knubbel und Knoten an der Einstichstelle lassen sich vermeiden, wenn die Stelle nach
dem Spritzen etwas massiert wird

Niedrig beginnen

Wer zu Allergien neigt oder generell empfindlich auf Arzneimittel reagiert, sollte eine Misteltherapie mit homöopathisch verdünnten Präparaten beginnen und die Dosis nur sehr langsam steigern, bis die erwünschte Antwort des Organismus einsetzt.

Unerwünschte Wirkungen

Die bei der Anwendung von Mistelpräparaten am häufigsten als Nebenwirkung angegebene Rötung der Haut an der Einstichstelle ist keine unerwünschte, sondern eine erwünschte Wirkung. Zeigt sie doch an, dass der Körper auf den Mistelextrakt mit einer leichten Entzündungsreaktion reagiert. Und das wiederum bedeutet: Das Immunsystem antwortet. Genau das soll erreicht werden.

Diese Rötung ist also bis zu einem Durchmesser von fünf Zentimetern unbedenklich und klingt von allein wieder ab. In der anthroposophischen Misteltherapie dient sie dem Arzt u.a. als Orientierung für die Dosierung des Medikaments.

Auch leichtes Fieber ist keine unerwünschte, sondern eine erwünschte Wirkung. Der Körper wird damit durchwärmt und gewinnt seine Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren, wieder zurück.

Rötet sich die Stelle stärker, verhärtet sie etwas und juckt sie stark, ist die Dosierung des Mistelextrakts gegebenenfalls anzupassen. Auch wenn das Fieber sehr hoch ansteigt (auf über 39,5° C), wenn sich ein Hautausschlag bildet, wenn lähmende Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und kurzfristige Schwindelanfälle auftreten, ist der Mistelextrakt zu hoch dosiert. Wird die Konzentration verringert, legen sich alle diese Beschwerden rasch.

Die Lymphknoten in der Umgebung der Einstichstelle können leicht anschwellen. Auch das ist keine unerwünschte Reaktion, sondern zeigt lediglich, dass das Immunsystem aktiviert wird. Die Lymphknoten dienen als Speicher für zahlreiche Abwehrzellen – es ist also kein Wunder, wenn diese etwas anschwellen.

Wenn ein Patient sehr empfindlich auf Mistelextrakte reagiert, ist es z.B. ratsam, mit einem Präparat in homöopathischer Verdünnung zu beginnen und die Dosis ganz langsam zu steigern, bis die erwünschten Reaktionen eintreten.

In der anthroposophischen Misteltherapie dienen alle diese Reaktionen dazu, die im Einzelfall optimale Dosis und das optimale Präparat zu finden. Es kann also sein, dass der Arzt mehrere Präparate ausprobiert, bis das individuell richtige gefunden ist.

Allergien auf Mistelextrakte kommen selten vor. Dennoch sind sie nie auszuschließen. Und deshalb sollten die ersten Mistelspritzen unbedingt unter ärztlicher Aufsicht gegeben werden. Intravenöse Mistel-Infusionen müssen immer unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Manchmal bilden sich an der Einstichstelle kleine Knubbel oder Knoten, weil sich die eingespritzte Flüssigkeit nicht so schnell im Gewebe verteilt. Das lässt sich vermeiden, wenn die Einstichstelle nach dem Herausziehen der Nadel mit einem Tupfer kreisförmig massiert wird.

Während einer Misteltherapie können sich Venenentzündungen oder Thrombosen verschlimmern. Dann sollte die Behandlung so lange unterbrochen werden, bis die Entzündung abgeklungen und die Thrombose verheilt ist.

Schwangere und Stillende sollten sich einer Misteltherapie nur unter ärztlicher Kontrolle unterziehen. Es gibt allerdings keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene oder den Säugling.

Die Hersteller der phytotherapeutischen Mistelpräparate (Cefalektin, Lektinol) geben als unerwünschte Wirkungen noch an: Schüttelfrost, hohes Fieber, Herzbeschwerden. Sie sind meist Folge einer zu hohen Mistel-Dosis und nicht unbedingt ein Grund, keine Misteltherapie zu machen.

 

Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

MistelzweigWie ein dreidimensionaler Fächer breiten sich die Misteltriebe in den Umkreis aus.Rötung nach MistelinjektionEine noch vertretbare Rötung an der Einstichstelle nach einer Mistelinjektion - das ist keine unerwünschte, sondern eine erwünschte Wirkung. Größer als 5 cm sollte die Rötung aber nicht werden.